Im oben stehenden Text heißt es:
›› Die grundlichen und rechten Hauptartikel aller Baurschaft und Hintersessen
der geistlichen und weltlichen Oberkeiten,
von wölchen sie sich beschwert vermeinen. ‹‹
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Wörterbuch
"Entwurf einer Gedächtnissäule für den Bauernaufstand"
von Albrecht Dürer um 1526
globale Zeittafel | Bauernrevolten in Europa | Literatur Quellen | Impressum |
Anhang |
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Die Zwölf Artikel (kurz gefasst) □ 1. Freie Wahl des Pfarrers□ 2. Wegfall des Kleinzehnten, einer Abgabe auf Vieh □ 3. Freiheit, Abschaffung der Leibeigenschaft □ 4. Freie Jagd und Fischerei □ 5. Nutzung der Wälder □ 6. Begrenzung der Fronarbeit □ 7. Begrenzung der Fronarbeit □ 8. Neufestlegung der Grundsteuer □ 9. Strafen gemäß dem Recht, ohne Willkür □ 10. Rückgabe der ehemaligen Gemeindegüter □ 11. Abschaffung des Todfalls, einer Erbschaftssteuer □ 12. Schlussbestimmung |
Quelle: Chr. Pantle Der Bauernkrieg Berlin 2024 S. 66 |
Ergebnisse der Tabellenauswertung
Nachrichten über die Protestaktionen der Bauern bleiben spannend. Sie widerspiegeln in erster Linie
den Gegensatz zwischen Stadt und Land. Das Verhältnis der jeweiligen Bevölkerungsanteile hat sich in den
letzten zwei Jahrhunderten umgekehrt. Die Stadtbevölkerungszahlen steigen weiter. Die wachsende Produktivität
in der Landwirtschaft kann noch immer genügend Lebensmittel bereit stellen. Auffällig ist in den Medien, das die Auffassungen über
landwirtschaftliche Produktion von Städtern bestimmt wird. Naturschutz steht an erster Stelle.
Energie wird in jedem Arbeitsprozeß benötigt, menschliche Arbeitskraft durch die Natur begrenzt. allgemein
Die Landwirte stellen ein zunehmendes Aufklaffen der Schere zwischen den Preisen der Industrieprodukte und denen der Lebensmittel fest.
Die hochmoderne Technik in der Landwirtschaft erfordert extrem höhere Investitionsmittel und bedingt
qualifiziertes hohes Fachwissen. Gleichzeitig können die aus Industrieautomatisierung und Deindustriealisierung massenhaft
freiwerdenden Arbeitskräfte nicht im landwirtschaftlichen Produktionsprozeß aufgefangen werden. Daher sollten: Die neue Auseinandersetzung um Bodenbesitz □ Bessere Sicherung des Bodenbesitzes für Bauern im lokalen Einzugsbereich. □ Bessere Sicherung vor Bodenübernahme durch internationale Konsortien. □ Sicherung des Besitzes kleinerer Flächengrößen. □ Keine Ermächtigungsgesetze, die den Bauern aus Umweltschutzgründen den Bodenbesitz absprechen. □ Keine Steuerreform, die steigende und unsichere Erbschaftsverhältnisse schafft. □ Gegen Pläne zur Senkung der Tierhaltung für undefinierbare bessere Ökobilanz der Landwirtschaft. □ Zur Sicherung der Weidetierhaltung ein aktives Wolfsmanagement anpassen. □ Den Schutzstatus von Natura 2000-Arten den vorhandenen Erhaltungszuständen anpassen. □ Wissenschaftliche Untersuchungen der realen Ökobilanz von Großstädten (z.B. Stickstoffbilanz). □ Gesetze gegen Bauernbashing in medialen Darstellungen des Arbeitsprozesses in der Landwirtschaft. Modernisierungsgrad und Energieeinsatz in der Landwirtschaft steigen Energie wird in jedem landwirtschaftlichen Arbeitsprozeß benötigt. Die menschliche Arbeitskraft (Muskelkraft) ist biologisch begrenzt. Die physikalische Definition für Arbeit lautet Kraft X Weg. Auf Feldern und in Tierställen, in Gewächshäusern und Reinigungsanlagen wird Energie benötigt. Es ist realistischer, von einem Anstieg des Energieverbrauchs in der Landwirtschaft auszugehen. Dementsprechend lauten die Forderungen: □ Keinen Blackout in der Landwirtschaft zulassen. (Besonderheiten der Tierhaltung!) □ Keine Streichungen von Steuererleichterungen für Antriebsstoffe (z.B. für Agrardiesel usw.) □ Gegen Auszahlungsverspätungen aus der »Gemeinsamen Agrarpolitik«, Prozeßcharakter LW-Produktion beachten. □ Die Wasserversorgung sichern. Bessere und unabhängige Ursachenforschung bei Verbrauch und Verschmutzung. □ Die Bauern wollen Verordnungen, die das Wasser wirklich schützen und nicht nur Landwirte sanktionieren. □ Beim Gewässerschutz stärker regional arbeiten und die Kooperation stärken. □ Gegen spontane Gesetzgebungen zum »Schutz der Insektenvielfalt«. □ Besseres Überdenken willkürlicher Einschränkungen von Pflanzenschutzmitteln. □ Schutz der einheimischen Milchproduktion. Reale Milchpreise. □ Gegen existenzbedrohende Massentötungen von Tieren. □ Keine abrupte Schließung von Schlachtbetrieben, Viehaufzucht ist keine Fließbandfertigung. □ Existenzerhaltung kleinerer Schlächtereien im lokalen Umfeld der Produktion. |
Tabelle Europäischer Bauernproteste ab Jahr 2000 |